Notizen
Auris Tagebuch – 3

Seit ich mich unter sie gemischt habe, ist einige Zeit vergangen.
Dass ich so bald wieder schreibe, kommt selbst mir ungewöhnlich vor.
Ich bin einer außergewöhnlichen Person begegnet.

Ihr Name ist Zenala.
Als ich sie zum ersten Mal sah, konnte ich nicht glauben, einen Menschen vor mir zu haben.
Natürlich sieht sie äußerlich wie jeder andere Mensch aus.

Aber ihre Augen ... Ihr losgelöster Blick ...
Völlig anders, als bei den Menschen, die ich bisher gesehen habe.
Es ist, als betrachte sie die Welt stets aus der Vogelperspektive.

Kurz gesagt, sie wird es zu Großem bringen.
Wie sich herausstellte, ist sie es auch, die die Untersuchung jener fremden Lebensform aus den Tiefen des Alls leitet.
Kaum überraschend. Man nennt sie wohl ein Jahrhundertgenie.

Und aufrichtig und gutherzig ist sie noch dazu.
Im Umgang mit den übrigen Geschöpfen dieser Insel, allen voran den „Pals“, zeigen die Menschen ihr wahres Gesicht.
Sie misshandeln sie, beuten sie aus oder halten sie sich als Kuriositäten ...

Zenala hingegen wünscht sich eine „Koexistenz“.
Sie beschrieb mir eine Zukunft, in der die Schranken zwischen den Arten bedeutungslos werden, und Menschen und Pals Seite an Seite in Frieden und Harmonie leben.

Ich muss zugeben, dieser Gedanke gefällt mir.
Ich habe viele Zeitalter der Menschen kommen und gehen sehen, doch eine solche Welt wäre auch mir neu.

... Seltsam nur, dass mir unwohl wurde, während wir am Fuß des Weltenbaums darüber sprachen.
Dabei sollte es so etwas für mich gar nicht geben ...